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Beates Musik
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19. November 2018 · Beate Koch

Die neue Einstimmigkeit

Warum Playback-Kultur im Musikunterricht gefährlich ist – und was mehrstimmiges Singen mit Demokratie zu tun hat.

Notenblätter im warmen Licht

Die Welt wird komplexer, also ziehen sich viele in Meinungsblasen zurück. Dieses Muster zeigt sich auch an einer unerwarteten Stelle: im Musikunterricht.

Das Problem mit dem Playback

Immer häufiger erlebe ich, wie Kolleginnen und Kollegen in Schulen ihren Unterricht mit Playbacks gestalten. Ein Knopfdruck und das Lied läuft – Kinder müssen nicht mehr selbstständig singen, sondern einfach nur mitmachen.

Auf den ersten Blick scheint das praktisch. In Wahrheit verarmt der Musikunterricht dadurch dramatisch.

Was verloren geht

Wenn Kinder ausschließlich die Melodie mitsingen, lernen sie, dass es nur darauf ankommt, „auf Platz 1 zu stehen". Für Harmonie und Vielfalt bleibt kein Raum mehr.

Dabei ist mehrstimmiges Singen viel mehr als musikalische Übung. Es ist eine Schule für zentrale soziale Fähigkeiten:

  • Die eigene Stimme halten und gleichzeitig zuhören
  • Unterschiedliche Perspektiven respektieren
  • Vielfalt als Bereicherung erleben, nicht als Bedrohung

Warum das politisch ist

In einer Zeit, in der digitale Diskurse immer einstimmiger werden, braucht es Menschen, die gelernt haben, sich in Mehrstimmigkeit zu bewegen.

Darum halte ich daran fest: In meinem Unterricht wird selbst gesungen. Von Anfang an, mehrstimmig, gemeinsam.

Klingt nach einer musikalischen Pause für dich?

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